Nachdem ich die ganze Nacht wegen dem Packen und den Vorbereitungen nicht geschlafen hatte, bin ich mit etwas Übergepäck (wie bei mir zu erwarten war :)) mit meinen Eltern am Freitag, 21. September zum Flughafen Frankfurt am Main aufgebrochen.

Nachdem wir uns verabschiedeten hatten, ging der ganze Spaß los: Erst wurde mein Gepäck durchleutet, ich musste den Laptop in einen extra Behälter tun und wurde von einer Frau abgetastet, weil ich natürlich gepiept habe! Wie hätte es auch anders sein können! Eine Kontrolle jagte die andere, erst der Pass, dann das Ticket, dann wieder das Gepäck (keine Ahnung warum, trauen die den anderen nicht oder haben die noch einmal andere technische Geräte oder einfach eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme? So reduziert man die Arbeitslosenzahlen auch! :) ). Dabei wurde ich auch zur Seite gewunken und musste meinen Laptop öffnen und er wurde „saubergemacht“ (so hatte mir der nette Herr erklärt und das ganz umsonst, was für ein Service!) - also mit einem Papier nach Bombenrückständen untersucht! Als ob ich so kriminell aussehe! So was, aber gut, ich hab ja nichts zu verbergen. Die Leute waren auch echt nett, aber das ständige Laptop raus und rein nervte schon. Danach musste ich dann nur noch meine Boardingkarte zeigen und schon war ich am richtigen Gate! Da saßen so einige Leute rum, aber hauptsächlich ältere Leute. Ein Rentnerflug quasi und die meisten schienen Amis zu sein. Doch schon bald ging es ins Flugzeug. Doch an Schlafen war nicht zu denken, denn das Personal der United Airlines war sehr aufmerksam. Erst brachten sie jedem eine kleine Tüte Brezeln, dann ein Tuch für die Hände, danach etwas zu trinken. Es wurden natürlich die Notfallmaßnahmen erklärt. Man muss aber sagen, dass die Personalabteilung von UA sehr gute Leute auswählt, denn jeder der Männer (es waren fast nur Flugbegleiter) sah super aus und hätte in einer amerikanischen Serie als Arzt oder Anwalt mitspielen können! :) Beim Rausgehen sah ich am Handgepäck einiger Rentner, dass diese aus Florida gekommen sind. Also ist es tatsächlich so, dass die amerikanischen Rentner bevorzugt in Florida leben (wie die deutschen Rentner auf Mallorca, das ja mittlerweile quasi ein deutscher Bundesstaat ist)! Ich machte also bahnbrechende Entdeckungen! :) Danach kam ich zur gefürchteten Pass- und Visumskontrolle am Flughafen Dulles. Der Beamte war sachlich, aber nett und fragte mich (wie erwartet), was ich in Washington mache. Ich erklärte ihm das und er fragte etwas provozierend: „Center for a Free Cuba – Cuba is free, isn´t it?“ Ich wusste nicht recht was für eine Antwort er erwartete und versuchte die Frage daher geschickt mit einer Gegenfrage zu umschiffen: „Is it really?“ Er ging dann nicht weiter darauf ein, fragte mich dann noch, was ich in Deutschland mache und warum ich das Praktikum machen möchte und nahm das I-94 an sich. War also nicht so schlimm wie erwartet. Ach ja und Fingerabdrücke wurden mir wieder genommen, wie schon beim Konsulat. Welchen Zweck das hat? Ob sie dadurch überprüfen wollen, ob die mit denen vom Konsulat übereinstimmen und ich wirklich ich bin? Keine Ahnung, lass ich die Amis halt mal machen. Nachdem ich mein Gepäck hatte (das als eines der letzten kam) und die Zollerklärung abgegeben hatte, war ich richtig in Amerika!!!!
Danach fuhr mich ein Inder nach Washington, willkommen im Einwanderungsland USA! Er war sehr nett und unterhielt sich mit mir die 30 Minuten, die es dauerte bis wir vom Flughafen Dulles (in Virgina) nach Washington D.C. gekommen sind. Er fragte mich nach Deutschland („The two countries are together, aren´t they?“) und erzählte mir, dass der 11. September 2001 die Welt verändert hat, etc. War zwar nicht sehr aufschlussreich, aber sehr nett. Als das Taxi auf den Uni-Campus eingebogen ist, war ich sehr erfreut, dass die Gegend so schön ist. Hier sind sehr schöne rote Backsteinhäuser und viele Bäume. Allerdings ist das Haus, in dem ich wohne nicht so schön, aber ok. Der Taxifahrer war so nett und hat mir die Koffer hochgetragen zum Apartment. :) Ich wohne dort mit einem Mediengestalter aus dem ehemaligen Jugoslawien und teile mir das Zimmer mit Tracy, die aus Kanada ist und bei Amnesty ein Praktikum macht. Alle beide sind sehr nett!