Als wir uns vor das Rathaus in Baltimore haben fahren lassen (das schon ganz schön war), waren wir etwas entsetzt, weil kein Mensch unterwegs war, nur ein paar Jogger und Obdachlose... Das fing ja gut an! Dann sind wir Richtung Hafen gelaufen und da war auch so gut wie gar nichts los, es war wie ausgestorben! Wir sind dann zur Tourismusinfo und dort wurde uns das Wassertaxi empfohlen, ist anscheinend die einzige Attraktion dort. Also nahmen wir das groß angepriesene Wassertaxi und fuhren damit zu Fells Point. Es war nichts Besonderes, aber nicht schlecht. Als wir anlegten, waren wir wieder etwas besänftigt, weil die Gassen in der Altstadt ganz schön waren und wir einen total schönen Laden gefunden haben, der ausgefallene Küchen-, Bad- und generell Einrichtungssachen hatte. Mit was man Frauen alles beeindrucken kann! :) Wir liefen so durch die Gassen und plötzlich waren da gar keine Touristen mehr! Das war seltsam, alle Touristen, die mit uns im Boot waren, waren verschwunden! Als wir die Straße weiter Richtung Little Italy gingen, waren plötzlich nur noch einheimische Hispanics da und sehr seltsame Gestalten! Wir wurden wie eine Attraktion angeschaut und Ivana hat verstanden, dass der eine Mann auf Spanisch gesagt hatte: „Schau Dir die Kamera an!“ Dann kehrten wir doch besser um, denn so richtig wohl fühlten wir uns da nicht... Es war echt eigenartig, ich habe noch nie eine Stadt erlebt, in der sich das so krass von einer Straße zur nächsten ändert! Nachdem wir uns noch kurz das Star-Spangled Banner House (den Geburtsort der amerikanischen Flagge) angeschaut hatten, machten wir uns wieder auf den Weg zum Hafen. Dort trauten wir dann unseren Augen nicht: Es waren tausende Touristen auf der Promenade!!! Die wurden scheinbar alle mit Bussen angekarrt! Es war so überfüllt, das war schon nicht mehr schön! Uns konnte man es aber auch gar nicht recht machen! :) Erst zu wenig Menschen, dann zu viele. Es war echt wie ein Ameisenhaufen! Alle liefen nur an der Promenade entlang, an der es so künstlich aussah, nur für Touristen geschaffen. Alle gingen nur zum Aquarium und ins Hardrockcafe! Ivana und ich hatten wenigstens was von der wirklichen Stadt gesehen!
Da wir noch so viel Zeit hatten, sind wir dann in das Aquarium, das eines der größten und besten in den USA sein soll. Wir haben dementsprechend auch etwas Besonderes erwartet, ein Riesenaquarium oder so mit Unterwasserwelt. Aber der erste Teil war ziemlich enttäuschend, nicht nur, dass es total voll war (wir haben dafür 22 Dollar gezahlt), es waren auch nur kleine Aquarien und viel zu viele Fische darin! Der zweite Teil dagegen war echt interessant, denn es führte ein langer Korridor immer weiter herunter und die ganze Wand war ein Aquarium. Man konnte also ständig Fische sehen, die auch richtig Platz zum Schwimmen hatten! Es war ganz schön gemacht, weil Taucher die Fische fütterten, so dass das ein richtig tolles Bild ergab. Besonders faszinierend sind natürlich immer die Haie und Delphine, denen man
Stunden zuschauen könnte! Am Schluss gab es noch eine Froschausstellung und ich war ganz erstaunt, dass es doch tatsächlich knallblaue Frösche gibt! Die sahen aus wie angemalt! Aber weil sie mit die giftigsten Tiere der Welt sind und man schon durch eine Berührung sterben kann, brauchen sie sich nicht zu tarnen. Hatte ich nicht gewusst. Insgesamt hat sich das Aquarium also gelohnt, obwohl ich schon bessere gesehen hab (z.B. an der Ostsee).
Wir sind uns beide einig gewesen, dass wir dort nicht noch einmal hinfahren wollen, aber dass es trotzdem ein schöner Tag und eine Erfahrung war, denn auch das gehört zu den USA! Heute hat mir David (der uns als Einziger Baltimore empfohlen hatte, weil er mal dort gelebt hatte), ein Praktikant im Kubazentrum, erzählt, dass es in Baltimore sogar Gebiete gibt, in die sich die Polizei gar nicht getraut! Gut zu wissen! :) Aber der Hafen sei sicher... Da haben wir gesehen! :)